Jun 29

Der Jakobsweg ist überall !

Im Rahmen der Nacht der offenen Kirchen in Schondorf am 17.6.2016 durfte ich kurz in der Jakobskirche meine Erlebnisse schildern und wieder aufleben lassen. Mir wurde bewusst, das meine Erlebnisse allein schon Impulse geben kann. Dadurch entstand ein neues Projekt, eine Diashow von meinem Jakobsweg 2014, natürlich wie immer auch mit eigener Musik. Im Herbst soll sie fertig sein. Ultreia.

IMG_1223

Apr 24

Der Jakobsweg ist überall – Projekte 2017 : Einmal Deutschland von Nord nach Süd und West nach Ost.

 

2017 Neues Jahr – neue Projekte

Dieses Jahr arbeite ich an 2 Fahrradprojekte – die Durchquerung Deutschlands von Nord nach Süd und West nach Ost. Ich werde den Blog dazu etwas umbauen müssen, ich dachte eh schon mal daran, die Texte zu überarbeiten.

Schließlich ist das alles Live entstanden, meine Aufschriebe und Bilderarchive sind aber viel umfangreicher.

Wenn jemand Interesse an einem Vortrag, Informationen etc. hat, bitte melden.

Anfragen an coaching@rmaier.de

 

CIMG5116_web

Nov 12

Abschluss der Jakobsweg Tour

Mit einer letzten Fahrt nach Andechs (dort wo ich die Tour begonnen hatte), habe ich nun die Reise beendet. Mit einem neuen Radl. Mich hat immer wieder während des Weges die Erkenntnis verfolgt, das es Zuhause am Ammersee einfach am Schönsten ist. Dessen bin ich mir nun sicher, für mich kann es keine der besuchten Kirchen mit der Wallfahrtskirche in Andechs aufnehmen, geschweige denn mit einem Bier aus der dortigen Brauerei.

Ich habe mich schnell mit dem Ende der Reise und dem Verlust des Fahrrads arrangiert (naja wenn ich die Bilder anschaue, kommt schon etwas Wehmut auf) und ich bin überzeugt, die besten Gegenden habe ich gesehen, die Dinge, die ich erleben musste, habe ich erlebt.

Hinzu kommen die Erkenntnisse, das was wir suchen, werden wir finden, wenn wir uns dafür öffnen und der Jakobsweg ist überall dort, wo wir achtsam und offen auf unsere Erlebnisse und den Menschen, die wir begegnen, zugehen. Wenn wir bereit sind, immer neues zu lernen und die Herausforderung unserer eigenen, persönlichen Entwicklung anzunehmen. Wenn wir neugierig sind auf das Leben wie ein Kind und uns auch an einfachen Dingen erfreuen und aufbauen können.

P1040150P1040341

Motto: Das was wir suchen, werden wir finden. Aber nur dann, wenn wir nicht ständig glauben, im Außen suchen zu müssen. Wirkliche Wahrheit und Erfüllung kommt von Innen, wenn unser Gott nicht in uns ist, werden wir ihn auch nicht im Außen finden.

Jul 25

21. Tag die Entscheidung

imageimage

Der Tag danach. Nach einer fast schlaflosen Nacht in einem dieser Massenlager (nicht wegen dem Rad, sondern wegen der Unruhe), werde ich unsanft um 7:30h vor die Türe gesetzt. Ich suche die Kathedrale von Burgos auf, wiederum nur mit begrenzten Zugang, weiter nur mit Eintritt.
Nach einem Kaffee und einem Besuch im Tourismusbüro werde ich mir langsam über die weiteren Schritte im Klaren.
Abends fährt ein Bus nach DE, der nur zweimal die Woche fährt, den werde ich nehmen.
Ich habe 4/5 der Strecke geschafft und ich brauche mir nichts mehr zu beweisen, ich würde den Rest auch problemlos schaffen. Ein neues Rad zu kaufen schien mir keine Option, zumal die Fluggesellschaft an dem Tage anrief, das ich bei meinem gestern gebuchten Flug von Santiago kein Rad mitnehmen darf, für mich ein weiterer Wink des Schicksals für meinen Plan, also gleich den Flug storniert und alles gut. Mit Spanien und den verschlossenen Kirchen und der Landschaft werde ich auch nicht warm, da hat es mir in F und CH deutlich besser gefallen, dazu der anwachsende Pilgertourismus.

Was bleibt für mich von der Reise? Die Wandlung findet im Innen statt, nicht im Aussen, der Jakobsweg kann überall oder auch nirgends sein.

Ich habe 20 Tage lang viel erlebt, vor allem ganz viel schöne Natur, nette Menschen kennengelernt und mich intensiv mit mir selbst auseinandergesetzt, mit Gedanken und Gefühlen und das, was darüberhinaus noch bleibt. Ich danke allen, die mit mir unterwegs waren, in Gedanken und Worten und Ende mit einem Motto des Zenmeisters Seng-ts-an aus dem 8.Jahrhundert: Lass alle Gedanken beiseite und es gibt nichts mehr, wo du noch hingehen könntest.

Jul 24

20. Tag Kastillien

Heute geht es gut voran, die 108km und 1543hm fallen mir so leicht, wie noch nie. Die Wege sind meist breite Schotterpisten mit genügend Platz für Wanderer und Radler. Es geht durch eine Landschaft mit viel Getreide, das meiste schon gemäht. Das ergibt lustige, helle Muster in den sanften Hügeln. Meist ist es heute auch eben auf der Strecke von Navarrete bis Burgos. Lediglich bei Franca Montes geht es richtig hoch. dafür kommt mir die Abfahrt endlos vor. Mit leichtem Rückenwind gehts dann gut bis Burgos, das ich schon gegen 17h erreiche.
Ich hol mir in einem Laden etwas zu Essen, dann der Schock. Mein Radl wurde gestohlen. Ich frag noch Personen, ob sie etwas bemerkt haben, eine Dame erklärt mir den Weg zur Polizei.
Dann das ganze Procedere mit Aufnahme bei der Polizei etc.
Ich bin ratlos, was ich nun tun soll. Abbrechen, ein Stück zu Fuss gehen, abwarten? Ich entschliesse mich für letzteres, erstmal einen Tag abwarten.
Motto: Das Ende kommt oft anders als erwartet, auch der Zeitpunkt ist ein Anderer.
image

Jul 22

19. Tag Ich fliege durch die Rioja

imageimageIn Frankreich habe ich viele Kirchen auf dem Weg besucht und fotografiert. Ich finde es spannend, mich der Stimmung auszusetzen und einige wenige haben mich echt begeistert. In Spanien musste ich feststellen, das die meisten Kirchen verschlossen sind, ich fand das sehr enttäuschend. Ich habs trotzdem überall probiert und dann der Knaller. Ich rumpel durch das Haupttor in eine Kirche und steh mitten in einer Messe. Vorne ein afrikanischer Pfarrer, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und die Kirchgänger, die mich ganz entgeistert anschauen.
Ansonsten viele Pilger, mal schmale steile oder breite gerade Wege, viel Sicht auf braune, verbrannte Vegetation, Japaner in der komischsten Aufmachung, freundliche Menschen aber auch verbissene Ehrgeizlinge, alles, was das Leben so zu bieten hat. Nach 107km und 2004hm lande ich in Navarette.
Motto: Mit reichlich Rückenwind wird die Fahrt zum Fliegen, ich muss nur schauen, das ich andere Pilger nicht überfordere.

Jul 21

18. Tag Mit Wind und Regen nach Spanien

Heute ist die legendäre Bergetappe angesagt, erstmal 1000hm stetig bergauf. Es geht ganz gut los, etwas steil aber meist geteert. Ich nehm die normale Wanderroute, nicht die Radstrecke über die Strasse.
Es hat schon die ganze Nacht und am Morgen geregnet, auf dem Weg fängt es an zu nieseln, daraus wird immer mehr starker Regen, dazu noch Kälte und Wind. Das bleibt auch so, bis zum Nachmittag. Irgendwann bin ich patschnass, da hilft nur eins, weiterradln.
Beim Col d‘ Ibagneta lass ich mich durch eine Markierung verleiten und lande irgendwo im Nirgendwo der Pyrenäen, nicht ohne kräftig an Höhe eingebusst zuhaben.
Irgendwann entschliesse ich mich zurückzufahren, eine vernünftige Entscheidung.
Auf dem Weg nach Pamplona wechsle ich immer wieder zwischen Trails und Strasse ab.
Die Trails zu surfen ist einfach schön, einmal treff ich eine Gruppe Spanier, einer schreit Velo, alle stürzen sich in die Hecken. Das wär nicht nötig gewesen. In Pamplona scheint wieder die Sonne, also erstmal alles trockenlegen, waschen, duschen, dann ist das Wetter fast wieder vergessen, trotz der 102km, 2200hm und ein bischen müder Glieder.
Motto:Nach dem Schmerz, der Kälte, dem Ende aller Gedanken, dem Ende aller Gefühle herrscht grenzenlose Freiheit und Ruhe; Tanz der Seele.
image

Jul 20

17. Tag Ruhetag im Baskenland

imageimageWas sich bewährt hat, sollte man beibehalten. Nachdem ich letzten Sonntag schon kürzer getreten bin, werde ich das auch heute tun. Nach St. Jean Pied de Port sind es gut 50km, gerade richtig für eine Sonntagstour. So lasse ich es auch gemütlich angehen. Es hat in der Nacht durch einen Regen ziemlich abgekühlt und die Wolken verheissen noch mehr Unterstützung von oben.
Die Landschaft wird bergig, mit grünen Hügeln, fast wie in England. Im Hintergrund die Pyrenäen, wolkenverhangen. Immer wieder überquere ich einen Fluss oder Bach, manchmal kommt auch die Sonne kurz zum Vorschein. Die Wege sind oft wieder rutschig, wenige Pilger sehe ich heute, dafür zunehmend mehr Radfahrer, meist mit Satteltaschen, bei den Wegen kein Spass. Und so fahr ich gemütlich hoch und runter hin und her, bis der Regen mich auf die Strasse treibt, von da geht es zügig zum Zielort, den ich nach 62km und 1125hm erreiche. Reges Touristentreiben herrscht hier in dieser schönen kleinen baskischen Stadt.
Motto: Wer zuerst kommt, hat die Wahl. (bei mir heute das 7 Bett zimmer in der Gite Etappe)

Jul 19

16. Tag Dept. Landes

Heute wach ich in meiner Koje im Schlafsaal der Gite Etappe Communal GEC um 7:30h auf und keiner der Pilger ist mehr da. Na ich hab wohl einen anderen Rhythmus. Ich bin beunruhigt, weil sich der Akku meines Iphones nicht mehr laden lässt. Na vielleicht muss das so sein, denk ich mir. Die Pilger früherer Zeiten hatten auch kein Internet und das ging auch, denk ich mir.
Die Gegend heute erinnert mich an Oberschwaben, es geht zwar hoch und runter, aber immer sehr moderat. Teerwege wechseln sich mit Wiesenwegen und Hohlgassen durch den Wald ab, es ist leicht bewölkt, gutes Radlwetter also. Und so gehts heute auch gut voran, Air sur A’dour, Miramont, Arzacq heissen die verschlafenen Orte, dazwischen Wälder, Wiesen, Seen und Maisfelder, na wie in Oberschwaben halt. In meinem Zielort Navarrenx seh ich schon die Pyrenäen, morgen werd ich sie wohl erreichen, nach heute 124km und 1583hm.
Motto: Es tut weh, wenn man verliert, was man sicher glaubt zu haben. Bei mir heute der Akku meines Handy, ich hab mir aber ein neues Kabel gekauft ( der letzte Strohhalm) und es funktioniert. Yippieh

Jul 19

15. Tag durch die Gascogne

Heute bleibe ich meist auf den Trails. Stetig geht es auf und ab. Schmetterling umgarnen mich ständig, ich hab schon öfter versucht, einen in seiner Pracht mit dem Foto einzufangen, das ist aber nicht einfach. Es ist erstaunlich, wieviele verschiedene Arten mir die letzten Tage begegneten. Sie sind meine steten Begleiter, weil sie oft im gleichen Tempo unterwegs sind, wie ich. Heute geht es bis Nogaro, zwar nur 87km und 1287hm, aber der nächste Ort wäre 30km weiter, das war mir dann doch zu viel. Ich habe heute die 1000km Marke überfahren, das war mir heute genug, von nun an gehts dem Ziel immer spürbar näher.
Motto: Ist der Zenith überschritten, gehts spürbar leichter. Mit der Erfahrung im Rücken herrscht immer Rückenwind.

imageimage