Jul 13

9. Tag Haute Loire

Morgens schau ich aus dem Fenster und es regnet wieder, wie aus Eimern. Man ist das Wetter langweilig, so langsam könnte es mal schöner werden, ich dreh mich um und versuch nochmals zu schlafen.

Irgendwann muss ich trotzdem los, es geht eben durch kleinere Orte, die langsam grösser werden, mit wachsender Industrialisierung. Ich komm an Chemiewerken vorbei. Als ich an der Rhone entlangfahre, lande ich im Hinterhof eines Atomkraftwerks. Ich erwarte jeden Augenblick, das mich gleich jemand abholt und in irgendeiner Zelle verwahrt, überall Verbotsschilder. Schnell versuch ich den Ort weiträumig zu umfahren, jedoch auch die Brücke über die Rhone ist nicht leicht zu finden. Ich lande mehrfach in Sackgassen, es regnet und meine Motivation hat ihren Tiefpunkt erreicht.

In Chavanay mach ich länger Pause und schon wird es wärmer und die Sonne kommt zum Vorschein.Als es im weiteren Verlauf durch Weinberge und an mittelalterlichen Orten vorbeigeht, hellt sich meine Laune wieder etwas auf. So hab ich mir das vorgestellt. Bei Le Tracol noch ein saftiger Anstieg mit 500hm und Le Puy liegt mir fast schon zu Füssen, nur noch 50km entfernt.

Ich fahr noch bis Tence und beschliesse, den Sonntag locker anzugehen. Gemütlich nach Le Puy fahren und den Hintern bzw. die Beine etwas zu erholen und einen gemütlichen Platz für das WM Endspiel zu suchen.

die Fakten: 108km 1783hm

Motto: Nach jedem Regen folgt irgendwann Sonnenschein, alles eine Frage der Zeit und der Geduld.

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1 Kommentar

    • Clemens on 13. Juli 2014 at 10:15
    • Antworten

    Hallo Reinhold, ja das mit dem Wetter ist schon ätzend…aber ab Montagmittag wirds schön in Frankreichs Südwesten! Zuhause regnets auch nur noch (Motto: Am Sommerfest der Wasserwacht, die Sonne in Schondorf niemals lacht!).
    Du bist jetzt anscheinend endlich am Beginn eines der vier „eigentlichen“ Jakobswege auf der Via Podiensis ab Le Puy. Es wird jetzt sicher schöner! Die Auvergne ist ja eine Super-Landschaft mit toller Botanik, was natürlich vor allem der außergewöhnlichen Geologie zu verdanken ist. Gerne wäre ich jetzt auch dort!

    Ich denke wenn du da jetzt mal 1-2 Tage echte Pause machst ist das nicht verkehrt. In der Gegend Le Puy – Ficheac etc . ist es doch echt toll und es gibt einiges anzuschauen. Wahrscheinlich nimmt jetzt auch der allgemeine Pilger-traffic zu, Gelegenheit ein paar Zu-Fuß-Preißn zu überholen! Ab 22. Juli geht die Tour de France in die Pyrenäen, wie wärs wenn du dich da unauffällig einreihst? Reinhold im Gelben Trikot über die Pyrenäenpässe, das wärs doch noch! Mit der inneren Einkehr ist es ja bei dir auch noch nicht weit gekommen, sonst hättest du sowas Triviales wie das WM-Finale längst verdrängt. Schön dass du trotzdem daran denkst, der Hl. Jakob wäre sicher auch vor der Glotze gehockt.
    Weiterhin Gutes Gelingen und schöne Aus- und Einsichten! Liebe Grüße
    Clemens und Christiane

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