Jul 25

21. Tag die Entscheidung

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Der Tag danach. Nach einer fast schlaflosen Nacht in einem dieser Massenlager (nicht wegen dem Rad, sondern wegen der Unruhe), werde ich unsanft um 7:30h vor die Türe gesetzt. Ich suche die Kathedrale von Burgos auf, wiederum nur mit begrenzten Zugang, weiter nur mit Eintritt.
Nach einem Kaffee und einem Besuch im Tourismusbüro werde ich mir langsam über die weiteren Schritte im Klaren.
Abends fährt ein Bus nach DE, der nur zweimal die Woche fährt, den werde ich nehmen.
Ich habe 4/5 der Strecke geschafft und ich brauche mir nichts mehr zu beweisen, ich würde den Rest auch problemlos schaffen. Ein neues Rad zu kaufen schien mir keine Option, zumal die Fluggesellschaft an dem Tage anrief, das ich bei meinem gestern gebuchten Flug von Santiago kein Rad mitnehmen darf, für mich ein weiterer Wink des Schicksals für meinen Plan, also gleich den Flug storniert und alles gut. Mit Spanien und den verschlossenen Kirchen und der Landschaft werde ich auch nicht warm, da hat es mir in F und CH deutlich besser gefallen, dazu der anwachsende Pilgertourismus.

Was bleibt für mich von der Reise? Die Wandlung findet im Innen statt, nicht im Aussen, der Jakobsweg kann überall oder auch nirgends sein.

Ich habe 20 Tage lang viel erlebt, vor allem ganz viel schöne Natur, nette Menschen kennengelernt und mich intensiv mit mir selbst auseinandergesetzt, mit Gedanken und Gefühlen und das, was darüberhinaus noch bleibt. Ich danke allen, die mit mir unterwegs waren, in Gedanken und Worten und Ende mit einem Motto des Zenmeisters Seng-ts-an aus dem 8.Jahrhundert: Lass alle Gedanken beiseite und es gibt nichts mehr, wo du noch hingehen könntest.

5 Kommentare

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    • Kai Lierheimer on 25. Juli 2014 at 21:32
    • Antworten

    Hallo Reinhold,
    wie heißt es so schön, nichts passiert aus Zufall. Vermutlich sollte das mit deinem Rad so passieren
    (Sicher, es gibt schönere Dinge, als das Rad geklaut zu bekommen). Wie du schon geschrieben hast, beweisen musst du dir nichts mehr, das haben die vergangenen Wochen gezeigt. Ich finde deine Entscheidung
    absolut in Ordnung, würde es vermutlich genauso machen.
    Komm gesund zurück, verarbeite das ganze.

    Chapeau!!!

    Kai

  1. Hallo Reinhold,
    dann mußt Du wohl nach Polen Dein Fahrrad suchen fahren…

    Im Ernst, du wolltest Dir soch sowieso ein neues Radl kaufen, jetzt hast du einen Grund dazu.
    Such Dir in aller Ruhe was Passendes aus einem Laden in Deiner Heimat aus und nicht in einer
    fernen Touristenmeile. Hoffentlich haben die „nur“ das Fahrrad und nicht noch andere Dinge geklaut.

    Ich wünsche Dir eine gute Heimreise !

    • Claudia on 27. Juli 2014 at 21:26
    • Antworten

    Interessant wie sich am Ende alles gefügt hat,…
    Hut ab, dass du 4/5 der Strecke geschafft hast ( hab auch nix anderes erwartet… ), bin mir auch sicher, dass du den Rest noch geschafft hättest!
    Willkommen in Schondorf ( weiß ich aus sicher Quelle, du bist schon am Steg gesehen worden) und schön, dass du gesund wieder angekommen bist
    Claudia

    • Rolf Maier on 28. Juli 2014 at 23:33
    • Antworten

    Hallo Reinhold,

    erst jetzt lese ich von Deinem Malheur. Das tut weh, so kurz vor dem Ziel. Ich hoffe, Du bist gut nach Hause gekommen. Vielleicht hast Du ja ein wenig Zeit, die gemachten Erlebnisse zu Erfahrungen zu verwandeln, bevor die nächsten Ziele angegangen werden.

    Rolf

    • Richard on 31. Juli 2014 at 20:40
    • Antworten

    Hallo Reinhold,
    Hab ein paar Tage nicht in deinen blog geschaut und war daher heute ganz geschockt, nach deiner whatsapp was passiert ist.
    Das ist wirklich bitter…. ich fühle mit dir.
    Nimms gelassen und denk an die schönen Erlebnisse.
    Du kennst mein Motto: der Mensch denkt und Gott lenkt.
    Bis demnächst
    Lg Richard

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