Mrz 25

9.Tag: Finale – Kathedrale in Sicht

Alles hat sich nach diesen Tagen eingespielt, sogar das Wetter. Pünktlich zum Start hört es auf zu regnen. Mich begleitet immer wieder der Gedanke: Jetzt hast du es fast geschafft, die 28 km heute sind auch kein Problem mehr. Aber wie wird es sein, wenn das Ziel erreicht ist?

Was kommt dann, Freude, eine Leere oder gar Wehmut?
Immer wieder Aprilwetter und immer mehr Pilger auf dem Weg, die alle, jeder in seinem Tempo die letzten Kilometer bis zur Kathedrale von Santiago hinter sich bringen.
Mit dabei auch immer wieder Bekannte aus früheren Begegnungen, Weggefährten sozusagen.
In einem Cafe nutze ich ein Regenschauer für eine gemütliche Kaffeepause, auch das ist fast schon Tradition.
Am frühen Nachmittag überhole ich dann wieder alle, die währenddessen weiter gelaufen sind.
Ich treffe auf Martin, Oli und Pia und wir gehen gemeinsam nach einem Piknik im Einkaufszentrum bis nach Santiago.
Aufgrund von Martins Witzen wird der Weg kurzweilig, wir kürzen etwas auf illegalen Autobahnwegen ab und erreichen bald den Platz vor der Kathedrale, wo wir wieder andere bekannte Gesichter treffen.
Das muss natürlich gleich gefeiert werden, so holen wir unser Zertifikat und feiern das zunächst mit ein paar Kaltgetränken.
Abends in der Kirche wird das Rauchfaß leider nicht geschwungen, das Vergnügen darf ich erst am nächsten Tag erleben.
Der Abend klingt bei einem gemeinsamen Mahl aus, wo wir noch einmal unsere Erlebnisse austauschen.
Motto: Das Ende kommt gewiss, beim Einen früher beim Anderen später.

Das erhebendste Gefühl war es, das Rauchfass schwingen zu sehen, erst da kam bei mir tiefe Freude auf.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.