Jul 10

6. Tag Jura Waadtland

Der Tag startet mit einem interessanten Frühstück. Klaus, der Hausherr der Pilgerherberge erzählt von Geschichten mit Jakobspilger. Ich kann mich kaum loseisen, so spannend ist das Gespräch. Irgendwann wage ich mich dann hinaus in die Kälte und in die Wolken. Der Regen ist nicht mehr so stark wie am Vortag, meldet sich aber immer wieder zurück. Es gibt etliche Kathedralen und Kirchen zu sehen, viele in einem schmucklosen, calvinistischen Stil. Die meisten haben aber eine Pilgerecke, die meist auch mit ein paar Utensilien und Informationsmaterial ausgestattet sind.

Ab Fribourg wird französisch gesprochen, daran muss ich mich erst gewöhnen. Ich komme durch mehrere Städte mit französischem Flair, muss meinen Kaffee aber meist in den Cafes zu mir nehmen. Das leicht wellige Gelände erinnert mich an meine Heimat. So geht es leicht auf und ab durch den Kanton Vaud, bis mich schliesslich die Stadt Lausanne daran erinnert, das es noch was anderes als Felder, Kühe und Pferde gibt. Hier ist gerade ein Musikfestival im Gange, ich lass mich an der einen oder anderen Stelle auf die gute Stimmung ein, bis ein kräftiger Regenschauer mich wieder weiter treibt.
Auf dem Weg am Genfer See fahr ich von Lausanne nach Morges in strömendem Regen auf der Suche nach einer Unterkunft. Da erhalte ich einen Anruf aus Genf. Leicht fiel mir da die Entscheidung, mich in den Zug zu setzen, die 50km am See entlang auszusparen und in Genf zu übernachten.

Motto: Musik hebt die Stimmung, egal wie das Wetter ist. „I’m singing in the rain“

Fakten: 108km 1241hm Wind meist von West (vorne)

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Jul 08

5. Tag Berner Oberland

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Foto: Pilgerbuch am Weg zum Brünigpass.

Das Berner Oberland empfängt mich mit allem Wasser, das es zu bieten hat. Zum Glück gehts erst bergan zum Brünigpass, so dass mir warm wird. Jedoch bei der Abfahrt drückt die Nässe überall und in den Goretex Socken bilden sich Pfützen. Brienzer und Thunersee kann ich heute nicht wirklich geniessen. Ich schau, das ich Strecke mache und wärm mich in der einen oder anderen Kirche auf. Naja, ob ein Begräbnis dazu die richtige Veranstaltung ist, darüber lässt sich streiten. Ich komm mir in meiner knallbunten Outdoor Kostümierung auch etwas deplatziert vor und trete den Rückweg an, durch einen Haufen bunter Regenschirme. Nach einer Pause läuft es am Nachmittag besser und ich schaff meine 104km und 1400hm. Darauf bin ich heute Stolz. Ich sitz nun am Kaminfeuer in der Pilgerherberge in Heitenried und geniesse die 100qm, die ich als Einziger bewohne.
Motto: mentale Stärke und die Liebe können ungeahnte Kräfte entfachen. Jetzt weiss ich, es gibt kein Wetter, das mich von meinem Ziel abhalten kann.

Jul 07

4. Tag Innerschweiz

imageimageÜber Nacht hat es abgekühlt, es ist bewölkt. Genau das richtige Wetter um den Anstieg zum Etzelpass in Angriff zu nehmen. Ich verabschiede mich vom Zürichsee mit einem schönen Panorama. Aber es folgen weitere Anstiege und genau so steile Abfahrten, einfach schöne Trails, besonders der nach Schwyz runter. Auch die verschiedenen Seen reihen sich aneinander, teiweise kommt auch die Sonne raus. Letztlich lande ich in Lungern kurz unter dem Brünigpass. Hier ist wohl die Zeit etwas stehengeblieben, ein Ambiente wie in England vor 100 Jahren.

Die Fakten 106km 2116hm.

Highlights: Tolle Trails, super Panorama auf viele Seen.

Motto: Nach jedem Aufstieg kommt eine Abfahrt, je steiler desto geiler.

 

Jul 07

3.Tag Schweiz Toggenburg

imagemorgens geht es zügig zum Bodensee. Meist geht es bergab. In Langenargen besuche ich meine Mutter im Altersheim. Es geht aber nur 1 Schiff nach Rorschach um 12Uhr. Von dort geht es gemütlich nach St. Gallen, die Mittagshitze drückt aber schon. Danach folgt ein ständiges Auf und Ab, einen Berg überwunden, folgt der Nächste. Belohnt werde ich mit einer Bilderbuch Landschaft. Ich bin aber ganz froh, als ich nach Ricken den Zürichsee sehe und es fast nur noch abwärts geht. Gegen 19h erreich ich mein Ziel nach 122km und 1462hm.

Nach einem guten Mahl bei Freunden und einem Bad im Zürichsee ist die Welt wieder in Ordnung.

Motto: Im Jetzt bleiben, negativen Gedanken keinen Raum geben.

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Jul 05

2. Tag Allgäu

Morgens steht als erstes nach dem Frühstück der Auerberg an. Es ist bewölkt, ideales Radlwetter. Und wieder ein phantastisches Panorama ins Tannheimer Tal. Das Radln fällt mir immer noch schwer, aber als kurz vor Kempten starker Regen einsetzt, sind plötzlich alle Beschwerden verschwunden. Das hält zum Glück an bis zum Abend. Die Regenklamotten bewähren sich, speziell die Neoprenüberschuhe.

Dann geht es auf und ab durchs Allgäu, immer mehr Ortschaften sind mir bekannt von früher, als ich hier öfter mit dem Rennrad unterwegs war, ein bischen Heimatgefühle stellen sich ein. Ich bin erstaunt, als ich um 16 Uhr schon mein Etappenziel erreiche, Wangen im Allgäu, wo ich bei Freunden ein Quartier bekomme.

Die Highlights: tolle Trails am Auerberg, es läuft immer besser, die Bedienung in Wangen, die zuerst über meine Füße stolpert, die ich aber gerade noch auffangen und vor größerem Schaden bewahren kann und nicht zu vergessen ein phantastischer Sonnaufgang.

Die Fakten: 114km 1667 hm.

Motto: Alles braucht seine Zeit ; nachdem ich langsamer unterwegs war ging es deutlich besser.

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Jul 04

1. Tag Oberbayern

So heute geht´s los. Erst etwas spät, aber es war noch einiges zu erledigen. Walter fragte mich warum fährst du nicht über Andechs, da dachte ich Andechs ist gut, also ich fahr über Andechs. Dann kommen die oberbayrischen Highlights Hohenpeissenberg, Wieskirche, Auerberg alles bekannt. Einige Höhenmeter bei dem warmen Wetter mal schauen.

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Mann war das heiss heute. Zum Glück kamen mittags ein paar Wolken. Nach ein paar Wochen Sportabstinenz waren die 104km und 1500hm eine Tortur.

Highlights waren: die bergsicht, ein Ave Maria bei einer Hochzeit in der Wieskirche und eine gemütliche Herberge in Bernbeuren. Mal schauen, was das Wetter morgen bringt.

Motto des Tages: Was brennt in Dir? Bei mir heute die Beine.

Jul 03

Letzter Tag vor der Abfahrt

Es war ein schönes Fest gestern. Ich bin noch ganz benommen von den guten Wünschen und auch vom vielen Essen und Trinken. Zum Glück muss ich heute nicht radln. Aber es sind noch einige Vorbereitungen zu treffen, das Radl bekommt noch ne neue Kette und einen Zahnkranz verpasst, das klappt aber alles nicht auf Anhieb und benötigt Zeit. Auch mit dem Packen geht es nur schleppend voran. Ich bin aber froh, wenn ich morgen aufbreche, die Vorbereitungen finde ich immer unangenehm.

Ein letzter Sonnenuntergang am See, ich glaub den werde ich schon vermissen, obwohl in der nächsten Woche ein paar Seen auf mich warten.

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Jul 02

Die Vorbereitungen laufen !

Hallo und willkommen auf meinem Blog zu meiner Reise von Schondorf am Ammersee nach Santiago de Compostella mit dem MTB. Am Freitag wird es losgehen und es sind noch einige Vorbereitung notwendig. Leider regnet es heute, vielleicht noch ne Möglichkeit die Wettertauglichkeit meiner Ausrüstung zu testen.

Heute Abend kommen ein paar Gäste zu Besuch.

Warum mache ich einen Blog? Zum einen wurde ich von mehreren gefragt, ob ich sowas nicht machen will, zum Anderen, weil es mir Spass macht.

Mal sehen, wie oft ich Internetverbindung habe, dann werde ich ein Update einstellen. Ich hoffe für mich auf schöne Erlebnisse und Begegnungen. Für Dich hoffe ich, das dir meine Art zu schreiben gefällt und vielleicht den ein oder anderen Impuls gibt.  Ultreya

(http://www.pilgerweg.ch/Pilgerweg/BedeutungUltreia.htm)